Nordseegpfel 2026
Nordseegipfel 2026

Nordseegipfel 2026 in Hamburg

Der Nordseegipfel der North Seas Energy Cooperation (NSEC) fand Ende Januar 2026 in Hamburg statt. Das Offshore-Windpotenzial Europas steht im Mittelpunkt der Bemühungen um Klimaneutralität, Bezahlbarkeit und Energieunabhängigkeit inmitten turbulenter geopolitischer Bedingungen – Green Industrial Deal.

Im Rahmen der Nordsee-Energiekooperation trafen sich die Energieminister der NSEC, die Europäische Kommission und Interessengruppen im vergangenen Jahr, um die Agenda für die nächsten 15 Jahre der Zusammenarbeit festzulegen. Aufbauend auf den Erklärungen von Esbjerg und Ostende unterzeichneten die Energieminister Belgiens, Dänemarks, Frankreichs, Deutschlands, Irlands, Luxemburgs, der Niederlande, Norwegens und des Vereinigten Königreichs in Hamburg gemeinsame Erklärungen, in denen sie ihre Ziele von 300 Gigawatt bis 2050, Ausschreibungen für europäische Installationskapazitäten von bis zu  von bis zu 15 Gigawatt pro Jahr im Zeitraum 2031-2040, 100 Gigawatt grenzüberschreitende Kooperationsprojekte für die Nordsee und die Arbeit der NSEC. Link: https://www.bundeswirtschaftsministerium.de/Redaktion/DE/Veranstaltungen/2026/20260126-nordsee-gipfel-2026-in-hamburg.html

Die Aufgabe besteht nun darin, auf einer fairen Wettbewerbsgrundlage zusammenarbeiten zu können, um sicherzustellen, dass diese Ziele, zu denen sich die Nordseeländer und die Industrie verpflichtet haben, erfolgreich erreicht werden können:

–  300 GW Offshore-Windkapazität in der Nordsee bis 2050 (einschließlich 100 GW grenzüberschreitender Kooperationsprojekte)

–  15 GW Offshore-Windenergie pro Jahr im Zeitraum 2031-2040

–  91.000 zusätzliche Arbeitsplätze bis 2030

– Harmonisierte und effektive Umsetzung der Net Zero Industry Acts

– Kostensenkungen und Risikominderung bei Offshore-Windkraftinvestitionen

– Investitionen in Höhe von 9,5 Milliarden Euro in die Kapazitäten der Lieferkette bis 2030

– (…)

Das ist auch eine wichtige Entwicklung für eine energieintensive Branche wie die europäische Stahlindustrie, sowohl im Hinblick auf bezahlbare grüne Moleküle und Elektronen als auch im Hinblick auf den EU-Markt für die Windindustrie.

Was für mich noch fehlte: Das Klimaschutzinstrument Carbon Border Adjustment Mechanism (CBAM) muss optimiert werden, um Gründungsbau in Europa wettbewerbsfähig zu ermöglichen. Das Strommarktdesign sollte dringend angepasst werden, auch im Hinblick auf die erforderlichen Stromabnahmeverträge, um der energieintensiven Industrie die Dekarbonisierung zu ermöglichen. Und last but not least: Es muss eine gemeinsame EU-weite Maritime Strategie geben, ansonsten werden an dieser Stelle große Wertschöpfungspotenziale an Drittländer gehen und die erforderlichen Schiffe werden auch nicht zeitgerecht zur Verfügung stehen. Ach ja, Hafenflächen sind zumindest in Deutschland für diese Ziele auch noch nicht vorhanden.

Der Wiederaufbau der Zulieferindustrie für die Windkraft auf See in Deutschland und der neue Aufbau in einigen EU-Ländern sollte auf keinen Fall durch Unsicherheiten, wie Ausbauziel-Diskussionen, sinkende Netzanschlusskapazität o.ä. gefährdet werden, um die Offshore-Windenergie nicht unnötig zu verteuern. Ein wichtiger Schlüssel ist in jedem Fall die Erarbeitung der Unabhängigkeit von Europa, wenn es um die Verfügbarkeit beispielsweise seltener Erden geht.

Es ist noch viel zu tun, selbst wenn die EU an einem Strang zieht. In diesem Kontext in Hamburg plötzlich von Offshore Wind als Übergangstechnologie zu hören, war irritierend. Ich bin trotzdem davon überzeugt, dass die EU gemeinsam mit UK einen hohen Anteil des Wertschöpfungspotenzials für Europa sichern kann und muss, um nicht weiter an Wettbewerbsfähigkeit zu verlieren und der Deindustrialisierung etwas entgegenzusetzen.

Weitere interessante Artikel