Wie profitiert Cuxhaven von der Windenenergie auf See?
Welche Ergebnisse brachte der Nordseegipfel Ende Januar in Hamburg?
Welche Flächen wurden mit welchen Kriterien ausgeschrieben?
Wie viele Offshore Windkraftanlagen sind und werden installiert?
Warum ein Cluster vor Ort unterstützt und bei politischem Gegenwind helfen kann?
Welche Weichenstellungen vereinfachen die Ansiedlung von neuer Wertschöpfung in Cuxhaven und unterstützt die Offshore Windunternehmen vor Ort? …
… Diese und viele weitere spannende Fragen ergaben sich im Anschluss an meinen Vortrag „Offshore Windkraft: Cuxhaven kann Meer, ob bei Gegen- oder Rückenwind“ im Unikat am 19. Februar in Cuxhaven.
Von unseren Ausbauzielen 30 GW bis 2030 weit entfernt; nach Jahresstatistikbericht von WindEurope erreichen wir 16 GW bis dahin, und nach wie vor mit vielen Hürden und Herausforderungen gesegnet.
Die Offshore Windindustrie in Cuxhaven arbeitet zielorientiert am Ausbau der Windenergie auf See und damit für die Energiewende und Klimaschutz.
Über 16 GW sind in Ausschreibungen vergeben worden und noch in der Entwicklung. Wenn auch nur für einen Teil davon in Cuxhaven produziert und verladen wird, dann ist mit einem deutlichen Anstieg an Arbeitsplätzen vor Ort zu rechnen. Der Hafen wird dank Bund und Land und der Hafenbetreiber sowie Unternehmen vor Ort ausgebaut. Das ist ein wichtiger Schritt für die Offshore-Windindustrie, für die Entwickler und Betreiber aber eben auch für die Zulieferkette in der Region und in der Branche.
In der Nordsee entstehen Offshore Windkraftwerke, die mehr Strom wahlweise grünen Wasserstoff produzieren können, als es an Land möglich ist, wenn die Flächenplanung stimmt. Bei aller Diskussion um „Wake-Effekte“ und den kostenintensiven Netzanschluss, der schon geraume Zeit durch die Einnahmen aus den Ausschreibungen mitfinanziert wird. Die Sorgen um die Meeresvögel, die nach aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnissen kaum eine Gefährdung für sich sehen müssen.
Offshore Windenergie ist bisher „homemade“ in Europa und eine sehr leistungsfähige und nachhaltige Energieerzeugungsform und damit eine unverzichtbare Säule der Energiewende.
Die Europäische Stahlindustrie, Chemieindustrie, Zement-Industrie, allgemein die energieintensive Industrie und die Betreiber von Server-Kapazitäten sind in ihrer Wettbewerbsfähigkeit sehr stark auf eine verlässliche Europäische Politik angewiesen. Ein „Auf und Ab“ ohne Europäische grüne Leitmärkte und mit starker Überkapazität aus außereuropäischen Drittländern ist keine Perspektive für diese Industriezweige. Natürlich kann sich die Politik auf einen Abwärtstrend konzentrieren und den Energiebedarf entsprechend geringer kalkulieren. Das hat einen Preis: Dieser Weg kostet Jobs und Perspektive und führt zu einer abhängigen/klimaschädlichen Energieversorgung.
Die Windenergie auf See wird auch außerhalb Europas ausgebaut und die energieintensiven Industriezweige können auch dahin umziehen, wo verlässliche politische Rahmenbedingungen und stabile sowie kosteneffiziente Strompreise angeboten werden. Dann hätten wir einen geringeren Bedarf an Strom und grünen Wasserstoff und gleichzeitig einen beeindruckenden Wohlstands- und Wertschöpfungsverlust. Das ist vermeidbar: Clean Industrial Deal, langfristig verlässliche industrieübergreifend geplante Rahmenbedingungen und europäische Zusammenarbeit.
Ich hoffe, dass die richtigen Weichenstellungen die Ausbauziele mit einem hohen europäischen Wertschöpfungsanteil auf dem Meer erreichbar werden lassen. So kann ein wichtiger Beitrag zu einer unabhängigen, kostengünstigen, effizienten, sicheren, wertschöpfenden erneuerbaren Energieversorgung geleistet werden.
Ich bedanke mich herzlich bei den Organisator:Innen von Bündnis 90 – Die Grünen Cuxhaven für die Einladung zum Vortrag, den gelungenen Abend und den guten Austausch.